Lübecker Nachrichten zum Kreiswahlprogramm der CDU

Lübecker Nachrichten zum Kreiswahlprogramm der CDU

Kreiswahlprogramm auf dem Parteitag einmütig verabschiedet.

„Wahlprogramme zählen ja nicht zu den literaturpreisverdächtigen Druckerzeugnissen“ — so hat Winfried Zylka auf dem Parteitag der CDU in Boostedt in das Kreiswahlprogramm eingeführt. Die Materie ist tatsächlich trocken. Aber wichtig. Gibt sie doch an, was eine Partei auf Kreisebene verwirklichen will. Zylka: „Sie ist vor allem für uns eine Standortbestimmung.“ Auf dem Parteitag hat die CDU dieses Thema rasch abgehakt. Die
Stimmung in der Partei ist gut „und zur Verdrossenheit im Kreis Segeberg haben wir keinen Anlass“, sagte Zylka. Er traf damit die Meinung im Saal.

Angesichts des demographischen Wandels müsse sich die Politik auf das Älterwerden der Bürger einstellen. Dem Trend, dass immer mehr Alte vom Dorf in die Stadt ziehen, müsse entgegengewirkt werden. Dörfer müssen also infrastrukturell attraktiv gehalten werden. Folglich müssten auch junge Familien unterstützt, Arbeitsplätze, Kitas und Schulen auf dem Land erhalten werden. Vor allem Grundschulen sollten ortsnah bleiben. Wichtig sei die Vernetzung von Angeboten im Bereich Bildung, Jugendhilfe und Kultur in Kooperation mit Vereinen, Bildungseinrichtungen und Firmen. Wichtig sei der CDU auch, die Jugend an die Politik heranzuführen, sie stärker einzubinden. In dieser Hinsicht hat wohl jede Partei ein Defizit.

Die Rahmenbedingungen der Wirtschaft will die CDU im Kreis verbessern durch ausreichende Gewerbeflächen, qualifizierte Arbeitnehmer, schnelle Datennetze, preisgünstige Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten, rasche Hilfe der Behörden. Zylka: „Wir brauchen eine spürbare Willkommens- und Unterstützungskultur.“ Helfen können auch hier die „Alten“, die, die zwar im Ruhestand sind, aber noch genug Wissen und Power haben, um andere zu unterstützen. Zum Beispiel in Ehrenämtern. Gute Verkehrsverbindungen sind für die CDU eminent wichtig. Daher sagt sie Ja zur sechsspurigen A 7, zum Weiterbau von A 20 und A 21 und dem vollständigen Ausbau der B 404. Um die Kreisstraßen instand zu halten, will die CDU „weiterhin Finanzmittel“ bereitstellen. Parallel dazu müsse der ÖPNV ausgebaut werden. Weil das Radfahren erheblich an Bedeutung gewonnen habe, sollen die  Radwege ausgebaut und — erstmals im Kreis — ein Fahrradbeauftragter berufen werden. Der soll die
Kommunen dabei unterstützen, „bereits bei der Planung von Infrastrukturmaßnahmen eine fahrradgerechte Infrastruktur zu gewährleisten“.

Voraussetzung für alle Pläne der CDU sind natürlich gesunde Kreisfinanzen. Daher ist sie gegen weitere Kreditaufnahmen, stattdessen für ausgeglichene Haushalte.

Christian Spreer
Quelle im Internet: https://www.ln-online.de/nachrichten/3665662